Baltic Sea Rally 2015: Wie lange kann der Audi noch?

baltic-sea-circle-logoSeit voriger Woche ist wieder der Baltic Sea Circle S.A.C gestartet, die aufregende Rally rund um die Ostsee: 7.500 km sind ohne GPS zurück zu legen, Autobahnen sind dabei tabu. Zugelassen sind nur Autos, welche älter als 20 Jahre sind, das Abenteuer ruft! Joachim und Marc von Shockproof nehmen teil und sind in einem coolen Audio V8 unterwegs, Kite und Board immer mit im Gepack. Das Rally-Tagebuch der beiden lest ihr hier in unserem Blog.

 

Der Weg  zum Polarkreis ist lang: viele Stunden durchfahren wir die traumhaft schönen Landschaften Schwedens und Norwegens, bis wir uns schließlich in der Polarregion befinden. Die beeindruckende Atmosphäre wird durch die kurzen Nächte, in denen es nie richtig dunkel wird noch gesteigert, allerdings kommt auch die innere Uhr mit den Verhältnissen nicht mehr so einfach klar. Die milde Luft, das reine Wasser und die unberührte Natur lassen einen unter diesen Umständen auch noch um 3 Uhr in der Nacht nicht in den Schlaf kommen.

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Beweisfoto für unser Roadbook: Wir waren am Polarkreis.

Zwar deuten vereinzelte blaue Wolken aus dem Auspuff unterdessen darauf hin, dass unser V8 Öl verbrennt, insgesamt schlägt er sich bisher aber prima und die abwechslungsreiche Strecke bereitet uns keine Probleme. Die Nächte verbringen wir meistens in unserem Zelt, nur ab und zu gönnen wir uns mal ein Hotel.

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Die Sonne scheint auf den Lofoten die ganze Nacht.

Auf den Lofoten freuen wir uns dann auf eine Party mit den anderen Rally-Teams. Bei Wikinger-Olympiade, Bier und Barbeque feiern wir noch bis in den Morgen – die Sonne scheint dabei durchgehend. Dabei konnten wir auch eine unserer Roadbook-Missionen erfüllen: Wir sollten 24 Flaschen Bier ungeöffnet und heil von Hamburg aus bis auf die Party mitbringen. Das Leergut müssen wir dann auch wieder komplett am Rally-Ziel abgeben um Extrapunkte zu ergattern.

Nächste Station: Nordkapp. Die raue und unberührte Natur verändert sich langsam, es wird deutlich kälter. Allerdings ist das eigentliche Nordkapp eine reine Touristenfalle, neben einem Globus und dem Meer gibt es nicht viel zu sehen – trotzdem lassen sich Besucher massenhaft dort abliefern und zahlen ca. 30 Euro pro Person für einen kurzen Blick. Wir müssen als Aufgabe ein Foto des Globus knipsen und versuchen so weit wie möglich mit dem Wagen heran zu fahren. Mit einigen anderen Teams finden wir einen nicht abgesperrten Zugang und düsen in Richtung der Sehenswürdigkeit. Leidtragender ist ein freundlicher Wachmann, der beteuert reichlich Ärger unseretwegen zu bekommen. Wir schießen unser Foto und ziehen dann reumütig wieder ab.

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Der Globus am Nordkapp.

Auf dem Weg nach Süden fällt uns dann auf, dass der Wagen Öl verliert. Zufällig lernen wir einen norwegischen Werkstattbesitzer und Audi-Fan kennen, der sich das Problem anschaut und die Diagnose „Defekte Hydraulik-Leitung“ stellt. Leider ist das spezielle Audio-Hydrauliköl nicht an dortigen Tankstellen erhältlich und wir fahren mit mulmigem Gefühl weiter nach Finnland.

Dort treffen wir andere Teams an einem Übernachtungsplatz und richten uns auf einen gemütlichen Abend bei Dosen-Ravioli ein. Die baumbedeckte Landschaft ist auch hier wunderschön. Allerdings haben unsere Platzgenossen andere Pläne: bis spät in die Nacht wird bei lauter Musik gefeiert, was uns natürlich um den erhofften Schlaf bringt. Trotzdem machen wir uns früh am Morgen auf den Weg und passieren so als erstes Team die russische Grenze.

Die Grenzkontrolle verläuft unproblematisch und wir machen Bekanntschaft mit den russischen Straßenverhältnissen: Es ruckelt und schüttelt uns kräftig auf der zerklüfteten Strecke durch und wir machen uns große Sorgen um unser Fahrzeug. Schließlich müssen wir feststellen: das Hydrauliköl ist komplett leer und der V8 leckt wo er kann! Wir können nicht mehr weiterfahren. Die anderen Teams in unserer Kolonne helfen so gut sie können, Team 91 mit Frank und Eberhard nimmt uns dann in ihrem umgebauten Krankenwagen mit, zuerst in ein Hotel und am nächsten Tag in eine Werkstatt.

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Frank und Eberhard sei Dank: auf zur Werkstatt!

In Murmansk gibt es tatsächlich einen Audi-Händler, dessen Serviceteam uns freundlich weiterhilft. Glücklicherweise haben wir in unserem Büro in Hamburg eine Kollegin, die Russisch spricht und per Videoanruf übersetzt. Fünf Stunden später ist der Wagen dann doch wieder fit und wir können mit einem halben Tag Verzögerung die Weiterfahrt nach Sankt Petersburg antreten.

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Toller Service: Der "Freundliche" in Russland.

Allerdings war die Freude verfrüht: Wir müssen feststellen, dass der V8 noch immer Probleme hat. Immer wieder kommt Blauer Dunst aus dem Auspuff und im Leerlauf schwankt die Drehzahl zwischen Null und Fünfhundert hin und her. Die Hoffnung, dass es sich lediglich um eine defekte Zündkerze handelt treibt uns voran – allerdings sollte man diese nur bei kaltem Motor tauschen. Am nächsten Morgen hilft uns ein schweizer Team bei dem Versuch die Kerzen heraus zu bekommen. Allerdings klappt das nicht – die Dinger sitzen bombenfest.

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Der Zusammenhalt unter den Teams ist groß, alle helfen wo sie können.

Es hilft nichts, wir brechen auf und suchen auf dem Weg von Sankt Petersburg nach Estland eine Werkstatt in der man uns hoffentlich helfen kann…

 

Fortsetzung folgt.

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